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Gerade habe ich den Bestseller von Richard David Precht fertig gelesen. Ich habe ewig gebraucht (bestimmt ein halbes Jahr), weil die kurzen Kapitel dazu verleiten, das Buch in Portionen zu lesen.

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Alle Kapitel befassen sich mit einer philosophischen Frage und sind nach dem gleichen Schema aufgebaut: zuerst wird eine Anekdote aus dem Leben des Autors oder eines Philosophen erzählt, bevor dann der Bogen zum eigentlichen Thema geschlagen wird. Dieses Thema wird dann aus allen Blickwinkeln betrachtet.

Precht hat einen kurzweiligen, humorvollen und geistreichen Schreibstil, der mir an vielen Stellen viel Spaß bereitet hat. Allerdings wird es manchmal auch sehr detailliert, so dass man sich fragt, was die ein oder andere Einzelheit aus dem Leben des Philosophen xy mit dem Thema zu tun hat.

Spätestens ab der Mitte des Buches wird es dann richtig spannend. Hier geht es um philosophische Fragen, die unseren Alltag betreffen wie z.B. ob es überhaupt eine moralische Rechtfertigung gibt, dass wir Fleisch essen (Nein) oder was Liebe überhaupt ist (sehr komplex…). Abschließend werden auch die großen Themen besprochen, wie z.B. die Frage nach dem Sinn des Lebens oder nach dem Wesen des Glücks. Hier scheut sich Precht nicht, auch mal Monty Python zu Wort kommen zu lassen. 

Das Gute an dem Buch ist, dass sich Precht bei der Besprechung der Fragen nicht auf Philosophen beschränkt, sondern immer auch Soziologen und Naturwissenschaftler (v.a. Hirnforscher) zu Wort kommen lässt, und zwar mit neuesten Erkenntnissen. So gewinnt man wirklich einen umfassenden Überblick und kann sich selbst eine Meinung bilden.

 

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Heute habe ich endlich ein Buch fertig gelesen, das mich ein Vierteljahr beschäftigt hat: „Die Mondscheinsucher – Mathematiker entschlüsseln das Geheimnis der Symmetrie“ von Marcus du Sautoy (im Original „Finding Moonshine“).

Du Sautoy schildert die bewegte Geschichte der Mathematik anhand seines eigenen Fachgebiets, der Gruppentheorie oder laienhaft ausgedrückt, der Symmetrieforschung. Das ist überraschend interessant, denn hinter den ganzen obskuren Formeln, die wir alle in der Schule zur Lösung von Gleichungen 2. oder 3. Grades (also x², x³ usw.) gelernt haben, stehen menschliche Dramen – angefangen bei den armen Mathematikern früherer Jahrhunderte, die keine geeigneten mathematischen Werkzeuge hatten bis hin zu jenen, denen der Ruhm für die Entdeckung einer Formel verwehrt blieb. Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht und ich habe oft gedacht, dass die eine oder andere Anekdote aus dem Buch den Schulunterricht sicher auch für Matheallergiker interessanter gemacht hätte.

Die Abschnitte zur Symmetrieforschung sind auch ganz interessant, aber verstanden habe ich diese – anfangs einfache und später unglaublich komplexe Thematik – nicht wirklich. Es geht darum, symmetrische Objekte (also z.B. einen Würfel) zu bestimmen bzw. die Symmetrien von Objekten zu zählen (die so genannten Gruppen). Leider gibt es nicht besonders viele praktische Anwendungen dieser Forschung im Alltag eines normalen Menschen. Die Symmetrieforschung dient eher als Grundlagenforschung für Mathematiker und Physiker.

Die Gruppentheoretiker, von denen im Buch die Rede ist, haben ihr ganzes Leben der Suche nach Symmetriegruppen verschrieben. Die Zahl dieser Gruppen ist endlich und bis alle gefunden waren vergingen Jahrhunderte. Erst vor 30 Jahren war die Suche mit der Entdeckung des so genannten “Monsters” abgeschlossen – ein supersymmetrisches Objekt im 196883-dimensionalen Raum). Es brauchte einige sehr skurrile Typen und enormen Einsatz, um in diese mathematischen Sphären vorzudringen. Allein mal gesehen zu haben, zu welchen gedanklichen Leistungen diese Wissenschaftler fähig sein, hat das Buch für mich lesenswert gemacht.

Ach ja, was der Mondschein ist? Nun, das steht im letzten Kapitel des Buches, d.h. wer sich das Vergnügen nicht verderben will, sollte nicht weiterlesen.

Vor etwa 10 Jahren wurde die Verbindung des Monsters bzw. der Gruppentheorie mit der Stringtheorie aus der Physik nachgewiesen, welche wiederum Relativitätstheorie und Quantenphysik miteinander verbindet. Diese Verbindung ist sehr mysteriös und lässt einige Wissenschaftler darüber spekulieren, ob hier eines der inneren Geheimnisse des Universums zutage gefördert worden ist. Das „Monster“ so sagen sie, hat wie der Schein des Mondes, ein wenig Licht auf die verborgenen Geheimnisse des Universums geworfen.

Du Sautoy ist Mathematikprofessor an der Universität Oxford und seit Oktober 2008 Nachfolger von Richard Dawkins als „Professor for the Public Understanding of Science“.

 

Da ich ja nun im Mutterschutz bin und man sich als werdende Mutter entspannen, zurücklehnen und viel lesen soll habe ich mich nach ein paar interessanten Büchern umgesehen… Die Liste wird bestimmt noch länger (falls das Kleine nicht zu früh auf die Welt kommen möchte).

UncreditedUncredited - InnenseitenUncreditedvon Gemma Solana und Antonio Boneu

Ich habe mich schon immer für Filmvorspänne interessiert und mich gewundert, warum keine Oscars für die besten kleinen Kunstwerke verliehen werden. Endlich gibt es wenigstens ein Buch dazu (inklusive DVD), damit die Filmvorspannkreativen auch mal Credits für Ihre Arbeit bekommen…

Der Weg des KünstlersDer Weg des Künstlersvon Julia Cameron

Immer wieder spielt man mit dem Gedanken, einen Füller in die Hand zu nehmen und einfach darauf loszuschreiben. Aber meistens scheitert man an einer inneren Barriere, die einen daran hindert, irgend etwas auf ein leeres Blatt Papier zu bekommen. Julia Cameron gibt parktische Tipps und Anregungen, wie man diesen inneren, kreativitätstötenden Schweinehund eliminieren kann: z.B. mit den “Morgenseiten” (man soll jeden Morgen drei Seiten ohne Nachdenken herunterschreiben) oder mit dem “Künstlertreff” (man soll mind. ein Mal pro Woche rausgehen und etwas tun, das einen inspiriert). Das sind interessante Kreativitätsübungen, nicht nur für schreibende Künstler, sondern auch für malende, musizierende oder “digitale”…

Learning to love you moreLearning to love you morevon Miranda July und Harell Fletcher

Ein Buch zum Schmunzeln, das die Kreativität anregt. Man nimm sich einfach eine der Aufgaben im Buch vor und lässt seinen Ideen freien Lauf. Die Ergebnisse anderer Leser kann man im Internet bestaunen.
Mach doch auch mal…
… ein Gemälde von einem Poster, das Du mal als Teenager besessen hast
… ein Foto von unter Deinem Bett
… eine Zeichnung von einer Filmszene, bei der Du weinen musstest
… usw.

 

10faces.jpgGerade habe ich das Buch The Ten Faces of Innovation von Tom Kelley fertig gelesen. Kelley ist Geschäftsführer bei IDEO, einer weltweit operierenden Firma für Produkt- und Servicedesign mit Hauptsitz in San Francisco.

In dem Buch beschreibt Kelley, wie Innovationen bei IDEO entstehen und wie die Innovationskultur in dieser von Ideen geradezu abhängigen Firma gepflegt wird. Um den Innovationsprozess greifbarer zu machen, hat man bei IDEO zehn so genannte “Faces” definiert. Dies sind Rollen, die Mitarbeiter entweder bewusst oder unbewusst (durch ihren fachlichen Hintergrund oder ihre Persönlichkeit) einnehmen können.

Die Faces können als Kriterien dienen, wenn man z.B. einmal ein innovationsfreudiges Team zusammenstellen soll. Die 10 Faces sind:

  • Anthropologist
  • Experimenter
  • Cross-Pollinator
  • Hurdler
  • Collaborator
  • Director
  • Experience Architect
  • Set Designer

Das Taschenbuch ist gut strukturiert und gelayoutet und liest sich leicht. Kelley bringt überraschend viele internationale Beispiele und Akedoten, was unterstreicht, dass IDEO keine reine US-Firma ist, sondern sich auch mit anderen Kulturen intensiv auseinandersetzt. Allerdings ist das ein oder andere Beispiel so allgemeingültig (gerade im hinteren Teil des Buchs), dass man getrost von Füllmaterial sprechen kann.

 

CSS MasteryWie man “Master of CSS” wird

Ich habe mir heute das Buch “CSS Mastery” als e-Book gekauft (an dem auch Cameron Moll mitgeschrieben hat, den ich als Webdesigner wirklich gut finde).

In der Einleitung steht: “You will get the most out of this book if you have been using CSS for a while but don’t consider yourself a master just yet. This book is packed full of practical, real-world advice and examples, to help you master modern CSS design.”

Da bin ich aber sehr gespannt! Sobald ich mit dem Buch durch bin, melde ich mich wieder als “CSS Master” bei Euch! Bis dann…

Designing Interfaces Design Patterns für Interface Design

Außerdem habe ich mir das Buch “Designing Interfaces” gekauft. Die Idee des Buches: Best Practices für bestimmte Designfragen in Form von Design Patterns zu beschreiben.

Da ich Medieninformatik studiert habe, ist mir der Begriff Design Patterns nicht fremd (das war sogar das Thema meiner mündlichen Diplomprüfung), jedoch im Zusammanhang mit OOP. Ich fand es irgendwie interessant, diesen Begriff auch auf Interface Design zu übertragen.

Jedes Design Pattern wird mit aktuellen Beispielen (iTunes, Google, flickr,…) anschaulich erklärt. Außerdem werden einleuchtende Argumente für das Pattern mitgeliefert (immer gut, wenn man das Pattern dem Kunden verkaufen möchte…).

Design Patterns soll man aber nicht nur einfach eins zu eins übernehmen. Sie dienen eher als Anregung und Beispiel und sollen auf das jeweilige Projekt angepasst, erweitert, verändert werden.

So werde ich das Buch als Inspiration und Nachschlagewerk verwenden… (für die Inspiration hätte das Buch auch ruhig noch etwas schöner gestaltet sein können, teilweise ist es zu sehr “form follows function”).

 

berries.jpgVor kurzem habe ich im Affekt ein Buch von Daniel Gilbert gekauft, nachdem ich auf dem TED Blog eine geradezu euphorische (typisch amerikanische!) Rezension davon gelesen hatte. Das Buch heißt Stumbling on Happiness und ist inzwischen auch auf Deutsch erschienen.

Daniel Gilbert ist Psychologieprofessor in Harvard und beschäftigt sich mit der Frage, wie gut Menschen ihr eigenes Glück bzw. ihre eigenen Gefühle vorhersagen und beeinflussen können. “Think you know what makes you happy?” ist die Ausgangsfrage des Buchs.

Anhand dutzender Studien zeigt er Schritt für Schritt, wie fehlerhaft die menschliche Wahrnehmung ist, wenn es darum geht vorherzusagen, wie wir uns in Zukunft fühlen werden. Beispielsweise berücksichtigt unser Gehirn nicht alle Fakten, wenn es das eigene Befinden antizipiert und lässt sich vom gegenwärtigen Befinden leiten (wenn man satt ist, kann man sich nicht vorstellen wieder hungrig zu sein).

In dem Buch geht es NICHT um die Frage, wie man glücklich wird, sondern vielmehr um die Tücken der menschlichen Wahrnehmung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Man lernt mit seiner eigenen Wahrnehmung etwas besser umzugehen und das kann ja nichts schaden (gerade als Projektmanager).

Als einzigen Weg möglichst akkurat seine eigenen Gefühle in einer bestimmten Situation vorherzusagen empfiehlt er, andere Personen zu fragen, die gerade JETZT diese Situation erleben. Leider machen das aber die wenigsten, da sich jeder Mensch für etwas besonderes hält und meint, seine Gefühle seien garantiert nicht identisch mit denen einer anderen Person.

Manchmal ist das Buch etwas flach, weil viele Studien nur sehr kurz beschrieben werden, aber ansonsten ist es absolut zu empfehlen, wenn man beim nächsten Abendessen mit Freunden ein paar leicht verdauliche und erstaunliche wissenschaftliche Fakten zu erzählen haben will.

PS: Mir fällt gerade ein, dass es laut Gilbert auch eine Tücke der menschlichen Wahrnehmung ist, dass wir immer alles extrem verkürzt darstellen, und dabei wichtige Details außer Acht lassen. Wer also genau wissen will, wie ich mich gefühlt habe, als ich das Buch gelesen habe, hätte mich schon dabei fragen müssen und kann sich nicht auf meine obige, extrem gekürzte Rezension verlassen. Tja…