19.12.2007 | von Heiko Pröger
Google hat mit dem Projekt Knol (noch nicht öffentlich zugänglich) einen interessanten Schritt vor - ich würde es mal als eine Vermischung der Konzepte von Blogs und Wikis beschreiben.

Das ganze soll so funktionieren:
- Experten erhalten die Möglichkeit, einen Artikel über ein Thema zu schreiben. Als wichtige Zielgruppe werden Wissenschaftler genannt.
- Anders als beim traditionellen Wiki (wo die Autoren keine Rolle spielen), werden sie als Experte groß mit Foto neben dem Artikel angezeigt, was natürlich für Motivation sorgt. Ein Artikel hat nur einen Autor, der den ganzen “Ruhm” abbekommt. Sollte es mehrere Artikel zum gleichen Thema geben, meint Google “Competition of ideas is a good thing”. In diesen Punkten ähnelt das System dem von Blogs, bei denen ja auch die Persönlichkeit und die Autorität des Autors eine wichtige Rolle spielen.
- Andere User können Artikel kommentieren, zusätzlichen Content hinzufügen, Fragen und Verbesserungsvorschläge posten.
- Der Artikel kann auch von anderen Usern bewertet werden und soll nur ein Thema haben. Da sich daraus ein ähnliches Nachschlagewerk wie Wikipedia entwickeln könnte, wird das System bereits als möglicher Konkurrent aufgebauscht.
- Google will die gut bewerteten Artikel in seinen eigenen Suchergebnissen entsprechend hoch platzieren. Außer der Berwertung wird es auch die Möglichkeit geben, Rezensionen zu schreiben.
- Neben dem Aufbau der “Online-Reputation”, gibt es auch noch einen finanziellen Anreiz für den Autor eines Artikels. Google plant, die Erlöse aus Anzeigen, die neben einem Artikel platziert werden sollen, mit dem Autor des Artikels zu teilen. Der Autor soll selbst entscheiden, ob er Anzeigen zulassen will oder nicht. (Ein interessanter Punkt von Martina: Führt der finanzielle Anreiz nicht dazu, dass es tendenziell mehr Artikel über Themen wie “Tokio Hotel” geben wird im Vergleich zu Artikeln über “Sklaverei in Indien und Pakistan”?)
Ließe sich dieses Konzept eventuell auch auf die Unternehmenswelt übertragen, beispielsweise zum Aufbau eines internen Informationsmanagements? Auf den ersten Blick erscheint dies schwierig, da der finanzielle Anreiz nicht in der gleichen Form geboten werden kann. Außerdem suggeriert die Form des Fachartikels, dass es sich um eine freigegebene, “offizielle” Information handeln könnte.
Es wird also interessant zu sehen, welche Motivationshilfen Google im Laufe der Zeit einsetzen wird. Ich bin gespannt, wann entsprechende Ansätze aus der Unternehmenswelt bekannt werden.
Via Klaus Eck
4.04.2007 | von Heiko Pröger
…wenn man Artikeln wie diesem in der Computerwoche glaubt. Eine gute Replik dazu findet sich hier bei Klaus Eck. Außerdem hat er mal wieder neue Zahlen zur Siemens-Blogosphäre.
21.11.2006 | von Heiko Pröger
Spreeblick kauft Blocks:
Geschäftsführerin Tanja Kreitschmann: „Der Markt ist in Bewegung und Spreeblick ist First Mover. Wir sehen unseren Buy zunächst als Strategic Involvement, aber auch als Future Oriented Investment. Mit der Marke Spreeblick, deren Kern-Task im Writing liegt, haben wir bereits eine Stand-alone-fall-alone Win-Win-Win-Opportunity geschaffen, die am deutschen Markt ihresgleichen sucht und genau deshalb.“
27.10.2006 | von Heiko Pröger
Ein interessantes Projekt wurde in England gestartet: Auf einer Art Riesen-Blog namens “History Matters” sollen alle Bürger des Commonwealth aufschreiben, was sie am 17. Oktober 2006 getan haben. Der 17.10. wurde auserkoren, weil mit diesem Datum niemand etwas verbindet und es sich um einen ganz normalen Tag handelt. Die Teilnehmer sollen ihren gewöhnlichen Alltag schildern, was sie bis jetzt in über 500 Posts auch getan haben.
Das Projekt soll für die Nachwelt dokumentieren, wie unser Alltag ausgesehen hat. Bleibt also nur zu hoffen, dass die Speichermedien, auf die das Ganze schließlich mal gebannt wird, möglichst lange Zeit überleben und dann in ein paar hundert Jahren noch gelesen werden können…
Deutsche könnten theoretisch auch teilnehmen (nach Registrierung), bisher hat das aber keiner gemacht (oder sie sind ausgefiltert worden). Was ich am 17.10. gemacht habe? Ich habe gearbeitet und dabei an einem mehrstündigen Workshop teilgenommen, eine Kundenpräsentation gehalten, jede Menge Emails gelesen und geschrieben und mich an den paar Minuten zwischendurch an dem schönen Wetter erfreut. Wer möchte kann gerne einen Screenshot von meinen Stundeneintragungen an dem Tag bekommen.
Gefunden bei: Klaus Eck
19.10.2006 | von Heiko Pröger
Klaus Eck hat einen sehr interessanten Artikel über die weitere Blogging-Strategie bei Siemens geschrieben. Nach der Insolvenz von Benq waren ja negative Kommentare aus dem persönlichen Blog von Klaus Kleinfeld (nur im Siemens Intranet) über Spiegel Online in die Medien geraten, was nicht unbedingt auf eine positive Zukunft des Mediums bei Siemens schließen ließ.
Dem Bericht zufolge, der sich auf ein Gespräch mit Christian Kuhna bezieht, dem Leiter “Corporate Messages” bei Siemens (was auch immer das bedeutet), hat Blogging allerdings eine vielversprechende Zukunft vor sich. So sollen sich unter anderem Forschungsgruppen über das Medium vernetzen. Außerdem soll es allen Mitarbeitern ermöglicht werden, im Intranet zu bloggen. Die Zentrale möchte dadurch Themen finden, die das Unternehmen bewegen.
22.09.2006 | von Heiko Pröger

Gestern habe ich mal wieder ein Buch fertig gelesen und zwar das Buch über Business Blogging vom Guru aller Business Blogger Robert Scoble.
Naked Conversations ist eine sympathische Einführung in die Welt der Corporate Blogs und stellt viele positive und negative Beispiele vor, gibt praktische Tipps (allerdings keine Software-Empfehlungen) und behandelt auch schwierigere Themen wie Blog-Richtlinien in Unternehmen.
Robert Scoble gibt im Buch selbst zu, dass es sich um keinen objektiven Bericht handelt, sondern dass er fest davon überzeugt ist, dass Blogs eine Revolution in der Unternehmenskommunikation bedeuten. Da ich schon mal das Privileg hatte, Robert Scoble auf der Lift-Konferenz persönlich zu hören, hatte ich immer den freundlichen Enthusiasmus dieses Blog-Addicts vor Augen, als ich das Buch las.
Wer sich schon mit Blogs und deren Vorzügen beschäftigt hat, findet allerdings inhaltlich nicht besonders viel neues. Wer eine gute, leicht zu lesende Einführung in das Thema sucht, ist aber gut bedient.
22.09.2006 | von Heiko Pröger

Seit längerem höre ich unregelmäßig in die Shows von Mark Horstman und Mike Auzanne auf manager-tools.com. Die beiden befassen sich mit mit Methoden, die Manager (nicht unbedingt nur Projektmanager) in der alltäglichen Arbeit einsetzen können. Das angenehme ist, dass sie sich nicht lange mit theoretischem Überbau beschäftigen, sondern einfach nur praktische Leitfäden an die Hand geben, die für sie persönlich funktioniert haben. Einiges davon habe ich anwenden können (z.B. die Podcasts über effektive Meetings im August 2005), vieles ist aber auch sehr “amerikanisch” und daher nur anwendbar wenn man die Grundidee “adaptiert”. (Komplette Liste aller Podcasts)
Jedenfalls habe ich kürzlich mal nachgeschaut, ob die beiden auch eine Methode wissen, um abgeschlossene Projekte zu bewerten, so dass das Team daraus lernt und sich weiterentwickeln kann. In der Liste konnte ich keine Sendung finden, also habe ich eine Mail an die info@ Adresse geschrieben. Keine fünf Minuten später hatte ich bereits eine Antwort von Mark, dass sie das Thema auf ihre Ideenliste nehmen würden. Da war ich ja noch misstrauisch und dachte, die Mail könnte vielleicht autmatisch generiert sein.
Aber vorgestern kam dann überraschenderweise noch eine Mail von Mike, der mich auf einen Podcast zum Thema “Hot Wash” hinwies, einem Projekt-Evaluierungsmeeting, das die beiden empfehlen. Der Podcast stehe nur registrierten Nutzer offen, aber die Registrierung sei kostenlos.
Ich finde es extrem cool, dass die beiden sich so um ihre Hörer bemühen und sogar persönliche Tipps geben. Jetzt muss ich mir nur noch am Wochenende den Podcast anhören!
8.08.2006 | von Heiko Pröger
Im Februar waren Martina und ich ja auf der LIFT-Konferenz (alle Beiträge, Konferenz-Website). Einer der prägendsten Eindrücke war die schiere Menge an Bloggern, die live von Konferenz berichteten und etwa ein Viertel des Publikums ausmachten. Damals bekamen wir eine Vorstellung davon, wie wichtig diese ganze Idee des Grass-Root-Blogging-is-the-real-Journalism-Bla-Bla wirklich ist.
Nun hat aber der Gründer von LIFT, Laurent Haug, anscheinend genug von den Blog-Journalisten, die seiner Meinung nach keinen Mehrwert stiften und die Berichterstattung nur unnötig fragmentieren.
I remember blogging all I could during Reboot7 so my buddies could benefit from the wisdom I was getting. Then blogging got even bigger, and any conference was getting blogged, reblogged and re-reblogged. Where is the value of 30 people reposting the same SubEthaEdit notes to their blog? Nowhere. So this time I was happy to see some “running notes leaders” emerge, most notably Bruno Giussani. The guy is a professional journalist and makes so good notes that it’s useless to compete. Just listen to the presentation and link to him afterwards. The whole debate gets less fragmented. I’m happy.
Außerdem ist ihm aufgefallen, dass er selbst viel weniger von einer Konferenz hat, wenn er alles live mitbloggt. Deswegen möchte er die No-Laptop-Zone bei der nächsten LIFT ausweiten.
Laptops are like attention black holes. My whole experience of a conference depends on the care I am giving the person who is speaking. Why? Because, except for Ben Hammersley and his one-joke-every-twenty-seconds rhythm, conferences like reboot or LIFT are about constructed demonstrations, long arguments, complicated thought processes. If you miss a step you will miss the point. So one small interruption via email of instant messaging can get you off the path of the presentation, and get you lost. Sometimes exposing a killer idea demands to lay some less interesting foundations. If at the first sign of boredom you launch your email, you will miss it. I will push for us to expand the no laptop zone at LIFT07.
Link zum Artikel
4.07.2006 | von Heiko Pröger
Bevor die WM zu Ende geht, schaut Euch mal den World Cup Blog der englischen Zeitung Guardian an. Die Autoren sind momentan in Deutschland und befassen sich ausführlich mit allen Teams. Nachdem die Engländer nun rausgeflogen sind, überschütten sie sich derzeit mit Häme über das eigene Team und den Trainer (Have you been smoking crack, Sven?).
Die Postings sind sehr emotional geschrieben aber immer interessant und gespickt mit british humour. Außerdem haben die Engländer mehr Fußballsachverstand als die Dellings, Netzers und Beckmanns auf dem Kontinent. So erfährt man zum Beispiel von der These, dass die Argentinier sich gegen Deutschland durch ungeschickte Auswechslungen selbst geschlagen haben (Argentina blow it with crazy substitutions) - das wurde in der deutschen Presse (geschweige denn im TV) kaum bis gar nicht erwähnt.
Sehr interessant sind auch die Kommentare, die aus aller Welt eintrudeln: Von Melbourne, über Brisbane, Tokio, Lübeck, London bis nach Nürnberg. Manche Posts bringen es auf mehrere hundert Stück.
19.04.2006 | von Heiko Pröger
Vielleicht hat sich der ein oder andere schon gefragt, warum unser Blog in letzter Zeit etwas still geworden ist. Das lag daran, dass wir zum Skifahren in Südtirol waren und dort hatten wir - zum Glück bzw. leider - keine Internetverbindung.
Jetzt sind wir gut erholt wieder zurück und es kann wieder gebloggt werden. Allerdings lässt der Beruf momentan nur wenig Zeit dafür.Wie macht Ihr das eigentlich? Wann bloggt Ihr und wieviel Zeit verwendet Ihr darauf im Schnitt?
- Bei uns sind es für kurze Post zwischen 15 - 30 Minuten (nur fürs Schreiben und veröffentlichen). Das heißt, das reine Bloggen an sich geht relativ schnell. Wenn der Post sehr umfangreich und gehaltvoll sein soll, ist die Zeit an einem Tag definitiv zu knapp. An so etwas schreiben wir dann schon mal zwei, drei Tage.
- Zum Bloggen kommen wir meistens morgens vor der Arbeit (so wie gerade) oder am Wochenende. Abends ist oft schon die Luft raus, da wir ja den ganzen Tag am Rechner sitzen.
Wie ist das bei Euch?