Vor kurzem habe ich im Affekt ein Buch von Daniel Gilbert gekauft, nachdem ich auf dem TED Blog eine geradezu euphorische (typisch amerikanische!) Rezension davon gelesen hatte. Das Buch heißt Stumbling on Happiness und ist inzwischen auch auf Deutsch erschienen.
Daniel Gilbert ist Psychologieprofessor in Harvard und beschäftigt sich mit der Frage, wie gut Menschen ihr eigenes Glück bzw. ihre eigenen Gefühle vorhersagen und beeinflussen können. “Think you know what makes you happy?” ist die Ausgangsfrage des Buchs.
Anhand dutzender Studien zeigt er Schritt für Schritt, wie fehlerhaft die menschliche Wahrnehmung ist, wenn es darum geht vorherzusagen, wie wir uns in Zukunft fühlen werden. Beispielsweise berücksichtigt unser Gehirn nicht alle Fakten, wenn es das eigene Befinden antizipiert und lässt sich vom gegenwärtigen Befinden leiten (wenn man satt ist, kann man sich nicht vorstellen wieder hungrig zu sein).
In dem Buch geht es NICHT um die Frage, wie man glücklich wird, sondern vielmehr um die Tücken der menschlichen Wahrnehmung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Man lernt mit seiner eigenen Wahrnehmung etwas besser umzugehen und das kann ja nichts schaden (gerade als Projektmanager).
Als einzigen Weg möglichst akkurat seine eigenen Gefühle in einer bestimmten Situation vorherzusagen empfiehlt er, andere Personen zu fragen, die gerade JETZT diese Situation erleben. Leider machen das aber die wenigsten, da sich jeder Mensch für etwas besonderes hält und meint, seine Gefühle seien garantiert nicht identisch mit denen einer anderen Person.
Manchmal ist das Buch etwas flach, weil viele Studien nur sehr kurz beschrieben werden, aber ansonsten ist es absolut zu empfehlen, wenn man beim nächsten Abendessen mit Freunden ein paar leicht verdauliche und erstaunliche wissenschaftliche Fakten zu erzählen haben will.
PS: Mir fällt gerade ein, dass es laut Gilbert auch eine Tücke der menschlichen Wahrnehmung ist, dass wir immer alles extrem verkürzt darstellen, und dabei wichtige Details außer Acht lassen. Wer also genau wissen will, wie ich mich gefühlt habe, als ich das Buch gelesen habe, hätte mich schon dabei fragen müssen und kann sich nicht auf meine obige, extrem gekürzte Rezension verlassen. Tja…


Falls Ihr mal Lust habt, Eure kreative Ader auszutoben, probiert mal 
