Posts February 2006

Auf dieser Gliederung werde ich meine Präsentation zum Thema Blogs beim Spirit Link Web 2.0 Event am 01.03.2006 aufbauen:

Blogs…

...sind was ganz einfaches:

  • Webseiten, auf denen Postings in chronologischer Reihenfolge aufgelistet sind
  • die neuesten Postings stehen oben!
  • der Begriff kommt von Web-logs, also dt. Internet-Tagebuch

…warum reden wir darüber?

  • weil jeder drüber redet und wir es verstehen sollten
  • weil es etwa 29 Millionen Blogs gibt
  • weil sich die Zahl seit drei Jahren alle fünfeinhalb Monate verdoppelt (jede Sekunde wird ein neuer Blog erstellt)
  • weil pro Stunde etwa 50.000 Postings gebloggt werden

…warum haben Blogs so einen Erfolg?

  • Blogs sind einfach zu erstellen: z.B. bei Blogger oder wordpress.com in fünf Minuten
  • Blog-Postings sind einfach zu schreiben: Blogs basieren auf Mini-CMS wie MovableType oder Wordpress
  • Blogs sind einfach zu finden (I): Google liebt Blogs, denn Blogs vernetzen sich untereinander durch Blog-Suchmaschinen (Technorati, Google Blog Search) und Trackbacks/Pingbacks
  • Blogs sind einfach zu finden (II): über die Blogroll, die Postings und über die Kommentare eines Blogs kann man schnell weitere interssante Blogs finden
  • Blogs sind einfach zu lesen: Alle Blogs sind abonnierbar über RSS-Feeds (Jeder kann sich seine eigene “Infowolke” aus Blogs zusammenstellen)
  • Blogs regen zu Konversationen an: das Gespräch an der Kaffeemaschine findet demnächst im Blog statt

…warum reden alle anderen darüber?

  • Blogs revolutionieren den Journalismus (Graswurzel-Journalismus macht zunehmend Massenmedien-Konkurrenz, “Blogstorms” machen Firmen und Politikiern zu schaffen, manche Blogs erreichen mehr Leser als große Websites)
  • Blogs revolutionieren PR und Marketing (Corporate Blogging, Buch-Empfehlung: Naked Conversations, Website-Empfehlung: BlogwriteforCEOs, Beispiele: Klaus Kleinfeld von Siemens, Robert Scoble von Microsoft)
  • Blogs sind ein neuer Medienkanal, der z.B. Foren & E-Mail-Newsletter ergänzt bzw. ersetzt

…warum mögen die Leute Blogs?

  • Schreiber: Blogs bieten die Möglichkeit einfach und schnell die eigene Meinung zu publizieren. (Jeder darf sich wie ein kleiner Journalist fühlen.) Über Kommentare kann der Schreiber in Kontakt mit seinen Lesern treten. Persönliches Wissensmanagement kann auch eine Motivation sein.
  • Leser: Auf Blogs findet der Leser ehrliche, persönliche und ungefilterte Informationen. Der Leser kann sich per RSS interessante Blogs abonnieren. Über dieBlogroll findet man schnell weitere interessante Quellen (persönliche Qualifikation von Informationen).

…wie macht man einen guten Blog?

  • glaubwürdig, ehrlich, persönlich und natürlich schreiben (keine geschliffenen Pressemitteilungen!)
  • keine Aufsätze online stellen, sondern handliche Postings (dieses Posting ist eindeutig zu lang!)
  • an der Konversation auf dem Blog teilnehmen
  • schnell sein und mindestens einmal täglich posten
  • „linky“ sein, also Links auf interessante Inhalte setzen
  • interessante Inhalte bieten (Bilder, Videos und Podcasts)
  • Zeit zum Bloggen haben

…und was mache ich jetzt?

  • Nach einem interessanten Blog suchen (z.B. bei Technorati oder Google Blog Search, wer keinen Blog findet schaut sich www.gapingvoid.com, meine kurze Blogroll oder die SL-internen Blogs an)
  • Den gefundenen Blog per RSS abonnieren und regelmäßig lesen
  • nach und nach weitere Blogs abonnieren und ggf. uninteressante wieder löschen
  • Für Mutige: Einen eigenen Blog starten z.B. bei Blogger oder wordpress.com

…übrigens:

 

Wer gerade eine Bewerbungswebsite bastelt und nach (schier unerreichbaren) Vorbildern sucht, sollte sich mal das Meisterwerk von Dave Werner anschauen. Mir springen da gleich ein paar Fragen in den Kopf: Wie kann es sein, dass jemand 1) sehr coole Projekte macht, 2) sich mit Design auskennt, 3) es versteht, Filme zu drehen und nachzubearbeiten und 4) auch noch eine gute Stimme hat? Und nicht zuletzt: Wieso muss diese Person einen Job suchen???

 

Ich versuche gerade, diesen Blog bei den großen Blogsuchmaschinen gelistet zu bekommen. Bis vor kurzem, als der Blog noch bei wordpress.com lief, war das ganze kein Problem. Jetzt scheint das Anpingen der Dienste nicht mehr zu funktionieren. Interessante Infos hierzu gibt’s bei Wikipedia (Trackback, Pingback).

Update: Mit Pingomatic kann man das Pingen manuell anstoßen.

 

Habe gerade ein sehr schöne Liste zum Einstieg ins Thema Podcasting gefunden und zwar bei Klaus Eck, einem Blogger zum Thema Marketing und PR. Er hat sie von Debbie Weil, die zum Thema Corporate Blogging eine Unmenge an interessanten Materialien zusammen getragen hat. Da gibt es viel zu lesen…

 

Der Stargast der Lift 06 war ohne Zweifel Robert Scoble. Scoble, der Blog-Pionier von Microsoft (Scobleizer, Channel 9), hielt seinen Vortrag über „Corporate Blogging“.

Zunächst ging Scoble darauf ein, was seine persönliche Motivation war, mit dem Bloggen anzufangen (das war bereits vor seinem Start bei Microsoft). Nach dem DotCom-Crash hätten er und seine Freunde ein Zeichen gegen die Intransparenz der gerade abgestürzten New Economy Unternehmen setzen wollen. Sie begannen zu bloggen, um ihre Sicht der Dinge den frisierten Press Releases der Unternehmen entgegen zu setzen.

Als Scoble bei Microsoft angestellt wurde, fragte er gar nicht erst, ob er über seine Arbeit bloggen dürfe. Er tat es einfach. Auf Nachfrage aus dem Publikum erklärte Scoble, wie Microsofts Reaktion war: Es wurde mehrfach versucht, ihn zu feuern und nur dank guter Kontakte in die Geschäftsführung überstand er die Attacken.

Was die Marketingleute erboste: Scoble zeigte alles ehrlich und ungeschminkt, z.B. auch abstürzende Windows PCs wenn er eine neue Software testete. Microsoft habe große Angst vor schlechter Mundpropaganda gehabt, die sich in der Blogosphäre wie „on speed“ ausbreiten könne. Aber Scoble überzeugte die Microsoft-Chefs, dass es besser sei, an der allgemeinen Konversation teilzunehmen (und sie positiv zu beeinflussen) als ihr nur zuzuschauen.

Scoble führte einige weitere gute Gründe an, warum es sich für Unternehmen lohnen kann, zu bloggen:

  • Fachkompetenz demonstrieren: „Die Leute denken immer, dass sie für Ihr Wissen bezahlt werden, und wollen es deshalb nicht offenlegen. Aber die, die es tun, zeigen damit, was sie drauf haben und deshalb vertraut man ihnen.“
  • Vertrauen erzeugen: Man sollte Kunden alles, was in der Firma vorgeht, erklären. „Wenn man sich den Kunden öffnet, helfen sie einem in Schwierigkeiten wieder raus.“ (“Your customers will help you out, if you invite them in.”)
  • Positive Mundpropaganda fördern: Blogs helfen, Personen zu finden, die die Firma oder ihre Produkte mögen.
  • Google liebt Blogs: 85% der Besucher der Microsoft-Blogs kommen direkt von Google. “If you don’t blog, you don’t exist.”
  • Beziehungen und Kommunikation: Blogs sind für Scoble das beste Tool, um Beziehungen aufzubauen und zu erhalten.

Das Bloggen von Firmen sollte sich in drei Stufen entwickeln:

  • Anfangen
  • Konversationen mit den Kunden aufnehmen
  • Den Kunden zuhören und beweisen, dass man zugehört hat

Schließlich gab der Scobleizer, der nach eigenen Angaben täglich etwa 20.000 Leser hat, noch ein paar Erfolgstipps fürs Blogging:

  • Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit: Hat man das Gefühl, dass Inhalte durch ein PR-Team zensiert werden, ist das Gift für den Blog. Ehrlichkeit ist die wichtigste Regel beim Bloggen!
  • Man sollte Zeit dafür haben.
  • Man kann nicht nur Aufsätze online stellen, sondern muss auch an der Konversation teilnehmen.
  • Man muss schnell sein.
  • Man muss „linky“ sein, also Links auf interessante Inhalte setzen
  • Interessante Inhalte: Videos und Podcasts sind sehr beliebt und werden sehr oft verlinkt, da sie sehr glaubwürdig sind.

Auf die Frage hin, ob es auch Missbrauch beim Corporate Blogging geben könne, bekräftigte Scoble seinen Glauben an die Selbstreinigungskraft der Community. Es sei zwar möglich, dass ein gefälschter Blog für ein paar Tage bestehen könnte, aber die Community würde sich schnell austauschen und den betroffenen Blog einfach nicht verlinken.

Seine Erkenntnisse sind in dem neuen Buch Naked Conversations nachzulesen. Das Buch ist – wie könnte es anders sein – über einen Blog geschrieben worden…

PS: Scoble verriet zum guten Schluss auch noch seine Software zum Lesen von Blogs.


 

…hat definitiv 83 Degrees. Man kann’s auch übertreiben…

 

Wer schon immer mal wissen wollte, wer hinter dem neuen schicken Design von Windows Vista steht, kann sich hier ein Interview von Robert Scoble mit Jenny Lam anschauen. Sie ist die User Experience Designerin von Microsoft. Ihre wichtigsten Aussagen:

  • Im Mittelpunkt des Designs steht für sie die User Experience. Es gehe nicht um Gadgets oder Logos, sondern darum die “Brand” in allen Designelementen und in der Interaktion komplett erlebbar zu machen.
  • Interessanterweise erzählte Lam, dass die Icons bei Vista nicht vektorbasiert seien, sondern in Ico-Files in Größen bis zu 500 KB vorliegen würden. Das Designteam habe nicht vektorbasiert gearbeitet, da es nicht möglich gewesen sei, mit Vektortools den Icons ähnlich gut Leben einzuhauchen wie mit Photoshop.
 

Xavier Comtesse (vom Schweizer „Think tank for economic and social issues“ Avenir Suisse) ist davon überzeugt, dass wir uns mitten in einer neuen Revolution befinden: Dank Wikis, Blogs, iPods, Flickr & Co seien aus passiven Verbrauchern aktive Teilnehmer in der Wertschöpfungskette von Produkten und Services geworden. Die New Economy sei deswegen wieder auferstanden. Für diese neuen Arten von Akteuren erfand Comtesse die folgenden Begriffe:

  • TransformActors: Bei TransformActors handelt es sich um Firmen, Produkte oder Services, die Vorgänge digitalisieren, die zuvor von Menschen ausgeführt wurden. Zum Beispiel ersetzen Online-Banken langsam reale Banken. TransformActors wie Amazon oder Apple waren nie zuvor im „realen“ Buch- bzw. Musikgeschäft tätig, bevor sie es erfolgreich digitalisierten.
  • ConsumActors: Der Konsument ist aktiv und muss nicht selten das unfertige Produkt fertig stellen. Er wird damit ein Teil der Wertschöpfungskette. Beispiele: Billigfluglinien wie easyJet (der Kunde stellt sich selbst sein Flugticket aus), der iPod im Zusammenspiel mit iTunes (der Kunde lädt seinen iPod selbst mit heruntergeladenen Songs auf)

Laut Comtesse werden die neuen Geschäftsmodelle die alten über kurz oder lang vollständig ersetzen. (Dies löste einige erstaunte Nachfragen aus dem Publikum aus. Woraufhin Comtesse betonte, dass es sich dabei um einen langsamen aber unaufhaltsamen Prozess handele.) Seine Beispiele hierfür:

  • Telekommunikation: TransformActor Skype wird von den ConsumActors geliebt.
  • Medien: Wir ConsumActor verändern mit der Blog-Kultur den Mediensektor. Blogger werden zu immer wichtigeren Berichterstattern von Events. Yeah!
 

…in ein paar Wochen, Monaten oder vielleicht Jahren: Live.com von Microsoft.

 

Gerade gefunden: Last.fm eine Art Social Software für Web-Radio. Man muss ein Plugin für den eigenen Mediaplayer installieren, der die lokal gespielten Songs an Last.fm überträgt. Dafür bekommt man dann personalisierte Musikempfehlungen und man lernt Leute aus der Community kennen, die einen ähnlichen Musikgeschmack haben. Das ganze soll in einem personalisierten Web-Radio gipfeln.

Each music profile belongs to one person, and describes their taste in music. Last.fm uses these music profiles to make personalized recommendations, match you up with people who like similar music, and generate custom radio stations for each person.